Freiwilligendienste – Senioren brauchen passgenaue Angebote

Ein Freiwilligendienst, der auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten ist, wird überaus gut angenommen. Dies haben die Erfahrungen aus den bisherigen BaS-Projekten zum Freiwilligendienst gezeigt (Ge-Mit, Mobiles Team NRW). Allerdings hängt die Akzeptanz ganz entscheidend von seniorengerechten Rahmenbedingungen ab. Die BaS setzt sich deshalb dafür ein, dass neben dem Bundesfreiwilligendienst (BFD) und den Jugendfreiwilligendiensten auch der Freiwilligendienst aller Generationen (FDAG) weiter gefördert und ausgebaut wird.

Um ältere Freiwillige zu gewinnen, braucht es geeignete Einsatzstellen sowie Rahmenbedingungen, die sich an den Bedürfnissen der Senioren ausrichten. Notwendig sind beispielsweise die zeitliche Flexibilität im Freiwilligendienst (20 und mehr Stunden pro Woche wie im BFD sind den meisten Senioren zu viel), ein niedrigschwelliger Zugang, eine gute Begleitung und Anerkennungskultur sowie adäquate Fort- und Weiterbildungsangebote, Mitwirkungsmöglichkeiten und vieles mehr.

Auch nach dem Auslaufen des Modellzeitraums für den Freiwilligendienst aller Generationen setzt sich die BaS weiterhin an entscheidenden Stellen auf Landes- und Bundesebene, in Organisationen und Gremien sowie auf Veranstaltungen dafür ein, passgenaue Angebote speziell für ältere Freiwillige zu fördern bzw. zu schaffen und damit den Interessen älterer Engagierter und Seniorenbüros gerecht zu werden.

 

Freiwilligendienste aller Generationen - Mobiles Team Nordrhein-Westfalen

Bis Ende 2011 wurde vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend  das Programm „Freiwilligendienste aller Generationen“ gefördert, um neue Personen und Bevölkerungsgruppen für ein verbindliches freiwilliges Engagement zu gewinnen.

Bei dieser besonderen Form des bürgerschaftlichen Engagements verpflichten sich Freiwillige für einen Dienst in einem gemeinnützigen Bereich - egal ob Kultur, Sport, Integration, Umwelt oder Soziales - für mindestens sechs Monate und mit mindestens acht Stunden pro Woche. Deshalb ist dieser Dienst besonders interessant für Menschen in biografischen Umbruch- und Orientierungsphasen, z.B. beim Übergang vom Arbeitsleben in die nachberufliche Zeit.

Attraktiv ist dieser Dienst sowohl durch die klaren Rahmenbedingungen, die in einer schriftlichen Vereinbarung festgehalten werden,  durch ein bundesweit einheitliches Zertifikat über den Einsatz als auch durch den hohen Stellenwert der Qualifizierung der Freiwilligen, die Anspruch auf 60 Stunden Qualifizierung pro Jahr haben.

In allen Bundesländern wurden sowohl Leuchtturmprojekte als auch Mobile Teams gegründet, die durch ihre Vorbildfunktion bzw. durch ihre Beratung vor Ort zur Verbreitung dieses neuen Formats bürgerschaftlichen Engagements beitragen sollen.

In Nordrhein-Westfalen ist die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros Mitinitiatorin und Mit-Trägerin des Mobilen Teams, das durch seine Beratungs- und Öffentlichkeitsarbeit das Bekanntwerden und die Einrichtung von Freiwilligendiensten aller Generationen unterstützt. Hier wird das Programm auch vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration gefördert.

Der Freiwilligendienst aller Generationen bietet Seniorenbüros die Möglichkeit, die Palette an Engagementfeldern auf kommunaler Ebene zu bereichern und Menschen, insbesondere in Übergangsphasen, für ein freiwilliges Engagement zu gewinnen.

Das Modellprogramm ist am 31.12.2011 ausgelaufen, ein Nachfolgeprogramm wird von der BaS angestrebt. Stellungnahme der BaS.

 

Ge-Mit: Generationen miteinander im Freiwilligendienst

Ge-Mit, ein Kooperationsprojekt der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros BaS und der Evangelischen Freiwilligendienste für junge Menschen - FSJ und DJiA gGmbH, war eines von über 50 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) geförderten Modellprojekten zur Erprobung generationsübergreifender Freiwilligendienste (2005 bis 2008).

Ziel war es, neue Bilder der Generationen entstehen zu lassen, einen Beitrag zum positiven Verhältnis unterschiedlicher Altersgruppen zu leisten und dadurch neue Perspektiven zu eröffnen. Das Besondere daran: Jung und Alt arbeiteten gemeinsam in kleinen, altersgemischten Teams mindestens sechs Monate lang 20 Stunden pro Woche in einer sozialen oder gemeinnützigen Einrichtung. Bei dieser Teamarbeit gewannen beide Seiten:

Junge Menschen zwischen Schule und Ausbildung und Studierende aller Fachrichtungen konnten sich sozial engagieren, in die Berufswelt hinein schnuppern, sich bei ihrer Berufswahl orientieren. Zugleich wurden Wartezeiten auf Ausbildung und Studienbeginn sinnvoll überbrückt. Der Kontakt mit der älteren Generation wurde als konstruktiv erlebt.

Ältere Menschen die sich nach einer Umbruchsphase oder im Ruhestand neu orientieren und sozial und gemeinnützig engagieren wollten, konnten ihre wertvollen Erfahrungen an die Jüngeren weitergeben und parallel neue Kenntnisse erlangen. Diese Form des Engagements sprach auch viele Menschen an, die zuvor noch nie ehrenamtlich tätig gewesen waren.

Angeboten wurde der Freiwilligendienst über die örtlichen Seniorenbüros, die die Teilnehmer in soziale und gemeinnützige Projekte vermittelten. Einsatzstellen konnten Schulen, Kindergärten, Kindertagesstätten oder Betreuungseinrichtungen sein. Jedoch gab es auch die Möglichkeit Familien zu entlasten und alleinlebende ältere, kranke oder behinderte Menschen zu unterstützen.

Die Projektdokumentation ist bei der BaS-Geschäftsstelle oder hier erhältlich: Download Projektdokumentation

Im Anschluss an das Modellprojekt arbeiteten einige Seniorenbüros weiter mit im Modellprogramm „Freiwilligendienste aller Generationen (FDaG)“ des BMFSFJ. Die BaS war als Kooperationspartnerin im Mobilen Team Nordrhein-Westfalen beteiligt.

 

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