Sprechstunde Internet

Bei der Aktion „Sprechstunde Internet“ sind rund 100 Seniorenbüros und -initiativen beteiligt. Sie alle gestalten Angebote, die Seniorinnen und Senioren unterstützen, die Angebote des Internet zu nutzen und so ihre Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe zu stärken.

Bereits seit Jahren bieten Seniorenbüros und andere Seniorenorganisationen vielfältige Kurse und Treffs rund um das World Wide Web an. Im Rahmen der Aktion „Sprechstunde Internet“ wird nun verstärkt die individuelle Beratung für ältere Menschen ausgebaut. Ältere Freiwillige, die im Umgang mit dem Internet geübt sind, geben ihre Erfahrungen und ihr Wissen weiter an Senioren, die mit neuen Medien noch nicht so vertraut sind.

Die BaS als Dachverband der aktiven Seniorenbüros unterstützt Anlaufstellen, neue Angebote zur Sprechstunde Internet zu entwickeln und bietet begleitende Fachberatung sowie Hilfe bei der Öffentlichkeitsarbeit. Mehr als 100 Seniorenbüros und -initiativen bundesweit sind bereits beteiligt, weitere Seniorenbüros und Initiativen sind herzlich willkommen!

 

Flyer 

Liste der beteiligten Initiativen (Stand: 24.07.2015)

Pressemitteilung

 

Warum "Sprechstunde Internet?"

Heutzutage sind der Umgang mit Smartphones und Computer sowie die Benutzung des Internets längst nicht mehr nur etwas für technikaffine jüngere Menschen – ganz im Gegenteil. Immer mehr ältere Menschen setzen sich bewusst mit den neuen Möglichkeiten des Internets und der zunehmenden Digitalisierung auseinander und erkennen einen Mehrwert für das eigene alltägliche Leben. Denn das Internet bietet nicht nur Chancen, den Alltag zu erleichtern, es ermöglicht ebenso Kontakte zu pflegen und Informationen zu beschaffen.

Laut dem Statistischen Bundesamt nutzte im Jahr 2014 rund jeder Zweite ab 65 Jahren einen Computer, fast die Hälfte das Internet. Zwei Drittel der 65-Jährigen und älteren Internetnutzer berichteten, schon einmal einen Online-Einkauf getätigt zu haben, fast jeder Internetnutzer ab 65 Jahren schreibt und empfängt E-Mails. Nur mal eben nach dem Wetter schauen, eine Busverbindung raus suchen oder die Telefonnummer eines ehemaligen Klassenkammerades finden – im Internet ist (fast) alles möglich.

Doch trotz dieser vielen Möglichkeiten und den damit verbundenen Vorteile, mag das Surfen gelernt sein, denn immer wieder wird von Betrügern und unseriösen Internetseiten berichtet. Häufig reichen schon einige Klicks aus, um ungewollt langfristige Abonnements abzuschließen oder an teuren Gewinnspielen teilzunehmen. Zusätzlich sind die heutigen technischen Geräte mit immer beeindruckenderen Anwendungsmöglichkeiten und zusätzlichen Funktionen ausgestattet, die nicht immer selbsterklärend sind. Nicht zuletzt macht die Tatsache, dass viele Handbücher und Tasten nur noch in Englisch erklärt werden, den Einsteigt in die Große Welt der Technik häufig gar nicht so einfach.

Doch es gibt keinen Grund, vor dem Internet und den dazu gehörigen Endgeräten Angst zu haben – ein wenig Geduld und einige Erklärungen genügen, um sich sicher im Internet bewegen zu können. Genau hier setzen viele der Seniorenbüros an und initiieren vielfältige Angebote rund um das Thema Computer und Internet sowohl für Menschen, die im Berufsleben noch mit dem Internet in Berührung kamen, als auch für solche, für die das Thema Neuland bedeutet.

 

Beispiel aus dem Seniorenbüro Meckenheim

Während zwei ehrenamtlich engagierte Informatikstudenten noch gerade für genügend Sitzmöglichkeiten sorgen, klingelt es bereits an der Tür. Ein Ehepaar aus der Umgebung hat den ersten halbstündigen Termin reserviert. Die beiden über 80-Jährigen haben zu Weihnachten ein Smartphone von Ihrem Sohn geschenkt bekommen, nun ist der Ehrgeiz geweckt und die beiden möchten sich mit dem Internet vertraut machen. Anhand des mitgebrachten Gerätes erklärt einer der beiden Ehrenamtlichen verschiedene Anwendungsmöglichkeiten während das Ehepaar fleißig in einem Notizbuch mitschreibt und immer wieder Zwischenfragen stellt. Aufgrund der vielen Funktionen gelangen sie von Hölzchen auf Stöckchen und es wird erläutert, wie neue Kontakte angelegt, die Wetter-App benutzt und ein Foto geschossen wird. Nach einer guten halben Stunde scheinen die ersten Fragen des Ehepaars beantwortet zu sein, allerdings kündet es an, wiederzukommen, sobald die Informationen der ersten Beratung verarbeitet und erprobt seien. Auf die Frage hin, was das Ehepaar motiviert, sich mit der neuen Technik auseinander zusetzen, antwortet die Ehefrau, dass ihre Tochter im Ausland lebe und sie nun die Möglichkeit habe, schneller und unkompliziert mit ihr in Kontakt zu treten. Ganz besonders motiviere sie aber die Möglichkeit, nun Bilder zu empfangen, sodass sie häufiger ihr Enkelkind „sehen“ könne.

In der gleichen Zeit sitzt ein anderer Ehrenamtlicher mit einem älteren Herrn im Nebenzimmer zusammen, der seinen Laptop mitgebracht hat. Er berichtet über Schwierigkeiten mit dem Programm Excel und hat auch sonst viele Frage rund um den Computer mitgebracht, beispielsweise wie der Akku vom Laptop gewechselt und wie ein Kochrezept aus dem Internet ausgedruckt werden kann. Der Ehrenamtliche bemerkt schnell, dass der Herr bereits Erfahrungen am Computer hat, in kurzer Zeit sind alle Unsicherheiten beseitigt und der Herr verlässt zufrieden das Seniorenbüro.

Durch das Engagement und die Geduld der Ehrenamtlichen und  dem aufrichtigen Interesse Seitens der älteren Menschen an den neuen Möglichkeiten der Digitalisierung, können viele Unsicherheiten rund um Smartphones, Computer und Internet geklärt werden und zu einer steigenden Anzahl von sicheren und damit zufriedenen „Silver-Surfen“ beitragen. Das Internet ersetzt sicherlich keine lebendigen Kontakte, lange Spaziergänge und das Schlendern durch die Stadt, es ermöglicht aber gerade Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Kontakte zu pflegen und sich mit Alltagsgegenständen zu versorgen. Und auch für alle anderen Seniorinnen und Senioren bietet das Internet viele Möglichkeiten, sich über Interessantes Tagesaktuelles zu informieren und – wie man heute sagt „up to date“ zu bleiben

 

BaS beteiligt sich am BAGSO-Projekt Digital-Kompass

Unter der Adresse www.digital-kompass.de hat die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) ein Internet-Portal für all jene aufgebaut, die als Lotsen, Mentoren, Trainer oder anderweitig Engagierte ehrenamtlich Ältere auf dem Weg ins und im Netz begleiten.

Die BaS bringt ihre Erfahrungen aus der Aktion „Sprechstunde Internet“ ein: Michael Lindner aus dem Vorstand der BaS arbeitet aktiv im Projektbeirat des Digital-Kompass mit.

Der Digital-Kompass besteht aus zwei Teilen:

Eine Material-Fundgrube bietet Lehrmaterialen, Broschüren, Filme, Arbeitsblätter und praktische Tipps für Treffen, Beratungen und Kurse rund um das Thema Internet und neue Medien. Sie sind dort zum Download verfügbar.

Ehrenamtliche aus Organisationen und Initiativen können an Digitalen Stammtischen teilnehmen, um dort Informationen von Fachreferenten zu aktuellen Themen sowie den Austausch mit Gleichgesinnten zu nutzen.

Flyer zum Projekt (PDF-Dokument)
Barrierefreier Flyer zum Projekt (Word-Dokument)

Der Digital-Kompass ist ein gemeinsames Projekt der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und Deutschland sicher im Netz e.V. und wird durch das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz gefördert. Zu den weiteren Partnern zählen die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V., die Stiftung Digitale Chancen und das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. Die BaS ist durch Vorstandsmitglied Michael Lindner im Projektbeirat vertreten.

 

BaS bei Fachtagung Digital-Kompass

Zum BAGSO-Projekt "Digital-Kompass" fand am 11.11.2016 eine Fachtagung „Lotsen durch das Internet: Chancen zeigen – Sicherheit stärken“ mit Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz statt.

Zur zentralen Podiumsdiskussion mit dem Thema „Lotsen durch das Internet: ortsnah – vertraut – aktuell“. war BaS-Vorstandsmitglied Michael Lindner als Experte geladen. Auch Günter Voß vom SeniorenComputerClub Berlin-Mitte (BaS-Mitglied) nahm an der Diskussion teil.

Das Programm können Sie hier als pdf-Dokument herunterladen.

 

BaS-Workshop bei BAGSO-Fachtagung „Senioren-Technik-Botschafter“

Die BaS beteiligte sich mit einem eigenen Workshop an der BAGSO-Fachtagung „Senioren-Technik-Botschafter: Technik als Gewinn!“ am 25.09.2014 im Uni-Club in Bonn.

Der Workshop „Technikferne Nutzerinnen und Nutzer erreichen“ wurde von BaS-Vorstandsmitglied Michael Lindner moderiert, war sehr gut besucht und präsentierte drei Praxisprojekte. Eines davon war der SeniorenComputerClub Berlin-Mitte (SCC) im Seniorenbüro „Kreativhaus Fischerinsel e.V.“ mit seinem Projekt „Vernetzte Nachbarschaften“. Innerhalb dieses Projektes wurde in Kooperation mit DoktorandInnen der Akademie der Künste ein digitaler Briefkasten entwickelt, der auch analoge Botschaften zu einem Blog verarbeiten kann.

Nähere Informationen: www.vernetzte-nachbarschaften.org

Fotos: A. Boeßner, BaS

Fachtage "Sprechstunde Internet" erfolgreich verlaufen

Mit Erfolg gingen die Fachtage am 14. März 2013 in Paderborn und am 14. Mai 2013 in Ingolstadt zu Ende. Die Teilnehmer trafen sich zum Fachaustausch und besuchten Workshops zu fachspezifischen Themen. Unter dem Motto "Mitgestalten, voneinander lernen und ausprobieren"wurden Impulse für (neue) Entwicklungen im Bereich der Internetarbeit für ältere Menschen und Perspektiven für konzeptionelle Weiterentwicklung der konkreten Arbeit vor Ort aufgezeigt.

Fotos: Detlef Ihmels, Paderborn

Veranstalter
Plenum
Teilnehmer aus Paderborn
Workshop 2

Fotos: Peter Ferstl, Ingolstadt und Ramona Geßler, Ahlen

Teilnehmer
Siegfried Bauer, Ingolstadt
Ulrike Wiese, SeniorenNetz Erlangen
Annette Pauly, BMFSFJ
Paul Held, Universität Erlangen-Nürnberg
Bodo Kleineidam, Netzwerk sii Baden-Württemberg


                Bocholt

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          Die BaS im Film

Die Broschüre zum Jubiläum

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BaS qualifiziert Seniorenbüros